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Mit ERASMUS plus in Spanien

Mit ERASMUS plus in Spanien

(07. November 2018) – Während der Ausbildung zur/zum Zahntechniker/in bekommt man nicht oft die Gelegenheit, sich dem tagtäglichen Arbeits- und Schulalltag zu entziehen. Als jedoch Janette Kuplin von der Handwerkskammer Potsdam mich darüber informierte, dass ich vier Wochen meiner Ausbildungszeit auch im Ausland verbringen könne, witterte ich meine Chance, etwas frischen Wind in meine Lehrzeit zu bringen. Ich musste mich vorab natürlich um das Einverständnis meines Ausbildungsbetriebes und der Berufsschule kümmern; seitens dieser stand meinem Vorhaben zum Glück nichts im Wege. Frau Kuplin organisierte alles Weitere für mich - und so konnte ich mich am 18. März 2018 in den Flieger nach Malaga setzen.

Am Flughafen hat mich Antonio empfangen und mich zu meiner Unterkunft nach Benalmadena gefahren. Er war in den vier Wochen mein Ansprechpartner und Sprachrohr zum spanischen Praktikumsbetrieb. In dem kleinen Appartement, das für mich organisiert wurde, wartete schon meine Mitbewohnerin Sophie auf mich, die eine Ausbildung zur Herrenmaßschneiderin absolviert. Die Wohnung war ziemlich klein und eher funktional als hübsch eingerichtet - für vier Wochen konnte man es dort aber einigermaßen gut aushalten. Das Bad war klein und dunkel, die Küche war eigentlich im Flur und bestand nur aus zwei Elektroherdplatten, einer Mikrowelle und einem Waschbecken. Sophie und ich hatten jeweils ein eigenes kleines Zimmer, jedoch ohne Fenster. Der Wohn- und Essbereich war aber sehr hell und einladend und so hielten wir uns meistens in diesem Teil der Wohnung oder am nahegelegenen Strand auf.

An meinem ersten Arbeitstag fuhr mich Antonio nach Fuengirola zum Dentallabor von Jonathan, die restliche Zeit pendelte ich dann mit dem Zug. Ich wurde von drei Herren begrüßt und erhielt erstmal einen kleinen Rundgang durch den kleinen Betrieb. Einige Geräte kamen mir natürlich auf Anhieb bekannt vor, andere hatte ich noch nie gesehen. Mein spanischer Kollege Alex stand mir bei jeder Frage mit Rat und Tat zur Seite und so lernte ich schnell alles über die mir fremde Technik. Große Unterschiede zu meinem Heimatbetrieb konnte ich nicht feststellen, die Spanier haben alles, was man zum Arbeiten braucht. Mit Jonathan und Alex konnte ich gut auf Englisch kommunizieren, mit meinem dritten Kollegen Michael hat sich die Verständigung ein bisschen schwieriger gestaltet. Mein Spanisch beschränkte sich auf drei Sätze und nicht anders war es mit seinem Deutsch und Englisch. Wenn er mir also etwas mitteilen wollte, was ich auch unbedingt verstehen sollte, zückte er Stift und Papier und malte mir alles auf. Ich besuchte vor Ort zwar einen zehnstündigen Sprachkurs, aber um sich fließend unterhalten zu können, hat es nicht ganz gereicht ;-). Hauptsächlich habe ich Einproben und Provisorien her- und umgestellt und meinen Kollegen beim Arbeiten zugesehen. Ich habe zwar nicht wirklich etwas Neues gelernt, konnte aber feststellen, dass man auch ohne die neuste Technik einwandfreie, qualitativ hochwertige Arbeiten herstellen kann und das in einem unglaublich schnellen Tempo. Was mir besonders gut gefallen hat, war das gute Arbeitsklima. Wir redeten viel über deutsche und spanische Stereotypen, über Politik, Musik, Autos und natürlich auch über das Zahntechniker-Handwerk.

In unserer Freizeit haben Sophie und ich einiges unternommen, das Highlight war aber unsere Reise nach Madrid über die Osterfeiertage - so lernten wir auch einen anderen Teil des Landes kennen. In Spanien wird Ostern etwas anders gefeiert als in Deutschland und wir konnten viele Traditionen und Bräuche miterleben.

Nach meinem vierwöchigen Praktikum habe ich noch eine Woche Urlaub in der Region gemacht. Meine Mutter kam mich besuchen und so konnten wir, meine spanischen Zahntechniker-Kollegen und mein Ansprechpartner Antonio noch einen gemeinsamen Grillabend veranstalten. Das war wirklich ein gelungener Abschluss meines Aufenthaltes - es gab typisch spanische Tapas, deutsche Bratwurst und ganz viele lustige Momente.

Ich bin froh darüber, dass ich diese Erfahrungen sammeln durfte und kann das ERASMUS-Programm nur jedem ans Herz legen, der sich persönlich weiterentwickeln möchte und vielleicht auf der Suche nach einem kleinen Abenteuer ist.

Autorin: Liza-Sarah Brandt, Auszubildende im Zahntechniker Handwerk (3. Lehrjahr), Kock Dental Pritzwalk

 

 

 

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